Wer in Innsbruck verweilt, der ist ihn vielleicht schon mal gelaufen: Den Zirbenweg. Nicht ganz anspruchsvoll aber auch nichts für Kinderwägen schlängelt sich der Panoramaweg 7 km von der Patscherkofel Bergstation bis zur Tulfeinalm/Glungezerbahn.




Als ich während meines Urlaubs in Seefeld einen Städteabstecher nach Innsbruck machte, war ich kurz davor, die Runde mit schönster Aussicht über Innsbruck zu laufen. Nun ging sich das aber zeitlich und naja, Schuhwerktechnisch nicht aus. Sandalen sind halt nix für Stock und Stein. Daher passte es mir prima, dass mein Mann und ich im Sommer 2025 nochmals für ein Paarwochenende nach Innsbruck fuhren. Der Plan war gemacht: Den Mann schlepp ich rauf zum Zirbenweg.



Leider – ach was, zum Glück – war uns das Wetter überhaupt nicht hold und die leisen Zweifel, ob wir wirklich rauf gehen sollten, meldeten sich beim Frühstück. Aber, wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und so stiefelten wir tapfer los. Hinauf gings auch nicht per Patscherkofel Bergbahn sondern zu Fuß. Weil ich überzeugend mit „Schatz, das ist echt nicht weit, das machen wir“ alle Zweifel wegwischen konnte. Gesagt, getan und ab in den Nebelwald. Denn Aussicht, das war uns lange Zeit nicht vergönnt.

Bis hoch zur Bergstation der Bahn war alles grau. Halt, das stimmt nicht. Es war grau mit viel grün. Und Nebel, ihr wisst es sicher, macht Farben satt. Kein grelles Juni grüngelb, kein trockenes 12 Uhr Sonnenplateau ohne Schatten. Ein ganz uriges Stück Landschaft erwartete uns. Und dann mein liebstes Foto dieses Tages: Die Bergstation im Nebel. Sagte wer Bildschirmhintergrund?



Anyways, oben angelangt verzogen sich immer mal wieder die Wolken und gaben den Blick frei. Sagenhaft schön. Auch auf dem Zirbenweg selbst. Manchmal schoben sich Nebelwolken direkt vor uns über Weg und Wand. Dann wieder riss der Himmel auf und man konnte weit sehen. Und die blühenden Alpenrosen mit ihrem kräftigen pink setzen echt allem die Krone auf. Ein absoluter Genuss. Vor allem auch, weil ausser uns und ein paar Geologenstudis niemand auf dem Zirbenweg unterwegs war. Allein auf so einer beliebten Wegstrecke – das ist schon ein Glück.



Wenn man schon den Aufstieg von ca. 7 km hinter sich hat, dann hat der Zirbenweg eine ordentliche Länge. Und trotz wirklich fast keiner Steigung muss man schon ab und zu über „Stock und Stein“ laufen. Also keine Schläppchen – ein Glück hab ich das damals 2024 nicht versucht. Eine Herausvorderung war der Weg aber nicht. Herausvordernd war eher der drohende Regen, den dunkle Wolken die letzten Kilometer des Weges androhten. Am Ende blieben wir aber trocken, fuhren mit der Glungezerbahn ins Tal und von Tulfes mit dem Bus zurück nach Innsbruck.




Laut Komoot waren wir – natürlich mit Pausen und Fotografieren – 5,5 Std unterwegs und sind 14 km gelaufen, davon die Hälfte bergauf. Für den Zirbenweg als solchen werden 2,5 Std veranschlagt. Man kann das ganze also als Tagestour oder aber mittels Bergbahn als kurze Runde angehen. Wer mit Bus und Bergbahn fahren will, für den lohnt das Zirbenwegrundwanderticket. Gute Informationen rund um den Patscherkofel und den Zirbenweg bietet die Webseite der Patscherkofelbahn.


